Stellenvermittler trotzen Iran-Krise: Schweizer Temporärmarkt wächst erstmals seit drei Jahren

Stellenvermittler in der Schweiz durchbrechen einen dreijährigen Abwärtstrend: Die Einsatzstunden von Temporärarbeitenden stiegen im ersten Quartal 2026 um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach 12 Quartalen im Minus markiert dies eine bedeutende Trendwende für die Branche. Das Feststellengeschäft hingegen kämpft weiter mit einem Rückgang von 16,9 Prozent[-2]. Trotz geopolitischer Unsicherheiten durch den Iran-Konflikt zeigen Stellenvermittler in der Schweiz Widerstandskraft. Wir analysieren, wie grösste Stellenvermittler in der Schweiz und Experten wie Roberto Laezza diese fragile Erholung bewerten und welche regionalen Unterschiede Stellenvermittler Zürich, Basel und Bern prägen.
Schweizer Temporärmarkt durchbricht dreijährigen Abwärtstrend
Nach drei Jahren kontinuierlicher Verluste verzeichnen Personaldienstleister im ersten Quartal 2026 erstmals wieder positive Zahlen. Die Wende kommt überraschend, nachdem das Geschäft seit 2023 massiv unter Druck stand.
Einsatzstunden steigen um 1,3 Prozent im ersten Quartal
Die Temporärbranche arbeitete sich im ersten Quartal 2026 aus der Krise. Nach 12 aufeinanderfolgenden Quartalen mit Rückgängen stiegen die geleisteten Einsatzstunden um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allerdings verlief das Quartal uneinheitlich: Der Januar startete mit positivem Momentum, während der Februar mit einem Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr eine Abschwächung brachte. Im März zog das Geschäft wieder an und wuchs um 1,1 Prozent.
Das Gesamtjahr 2025 hatte die Branche noch hart getroffen. Die Einsatzstunden der Temporärarbeitenden sanken um 7,1 Prozent gegenüber 2024. Bereits 2024 verzeichnete die Branche einen Rückgang von 4,7 Prozent, nachdem schon 2023 ein Minus von 5,8 Prozent zu Buche stand. Insgesamt fiel das Temporärgeschäft damit drei Jahre in Folge.
Stellenvermittler in der Schweiz verzeichnen Trendwende
Stellenvermittler in der Schweiz reagieren vorsichtig auf die ersten positiven Signale. Eine Mitgliederumfrage des Meinungs- und Sozialforschungsinstituts gfs-zürich zeigt, dass 38 Prozent der befragten CEOs in den kommenden sechs Monaten mit einem Anstieg des Geschäfts rechnen. Roberto Laezza von Planova Human Capital AG beobachtet ebenfalls erste Stabilisierungstendenzen im Markt.
Die Entwicklung verläuft jedoch auf niedrigem Niveau. Trotz des Quartalsplus liegen die Einsatzstunden weiterhin deutlich unter den Vorjahreswerten aus der Boomphase. Die US-Zollpolitik hatte 2025 zu hoher Verunsicherung in der Exportindustrie geführt und die Personalplanung vieler Unternehmen gelähmt. Aufgrund schwacher Auftragslagen agierten Firmen äusserst vorsichtig, insbesondere in der Industrie.
Regionale Unterschiede prägen das Bild: Während Stellenvermittler Zürich mit einem Rückgang der Jobinserate von 15 Prozent konfrontiert waren, verzeichneten die Ost- und Südwestschweiz deutlich geringere Einbussen von lediglich 2 bis 3 Prozent. Stellenvermittler Basel und Stellenvermittler Bern im Mittelland profitierten von der Stabilisierung in der Uhrenindustrie.
Feststellengeschäft bleibt unter Druck
Im Gegensatz zum Temporärmarkt bleibt das Feststellengeschäft kritisch. Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz um 26,4 Prozent ein. Diese Entwicklung setzt einen dramatischen Abwärtstrend fort, der seit neun Quartalen anhält. Bereits 2025 war der Umsatz im Feststellengeschäft um 23,3 Prozent zurückgegangen, nachdem 2024 ein Minus von 19,4 Prozent verzeichnet wurde.
Der Rückgang im Feststellenmarkt liegt mit minus 15,4 Prozent unter dem des Temporärgeschäfts. Unternehmen zögern angesichts unsicherer Zukunftsaussichten, neue Stellen zu schaffen. Die verhaltenen Wachstumsperspektiven treffen das Feststellengeschäft besonders stark, während das Ausbleiben kurzfristiger Auftragsspitzen das Temporärgeschäft belastet. Der Bausektor bot einen Lichtblick: Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank und anhaltender Wohnraummangel stabilisierten das Geschäft 2025 und verhinderten einen noch stärkeren Rückgang.
Regionale Unterschiede prägen das Wachstumsbild
Die wirtschaftliche Erholung verläuft in der Schweiz regional höchst unterschiedlich. Während einige Regionen mit massiven Strukturproblemen kämpfen, profitieren andere von Branchenerholungen.
Ostschweiz kämpft mit Industrieflaute und Kurzarbeit
Die Ostschweiz durchlebt ihre schwerste Industriekrise seit einem Jahrzehnt. Im November 2024 waren im MEM-Sektor (Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie) schweizweit 344 Betriebe von Kurzarbeit betroffen. Besonders alarmierend: Drei Viertel aller Schweizer Firmen mit Kurzarbeit entfielen auf diesen Sektor. Roberto Laezza von Planova Human Capital AG beobachtet in den betroffenen Regionen eine deutliche Zurückhaltung bei Neueinstellungen.
Die Krise hat konkrete Folgen für den Arbeitsmarkt. In den vergangenen Wochen wurden in der Ostschweizer Industrie Stellenabbaupläne bekannt, die bereits mindestens 1000 Arbeitsplätze betreffen. Namhafte Unternehmen wie SFS Group, Leica Geosystems und Bernina International kündigten Entlassungen an. Der Westschweizer Komponentenhersteller Lem kündigte den Abbau von 150 Stellen an, nachdem der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs um mehr als ein Viertel sank.
Deutschland als traditionell grösster Abnehmer von Schweizer Maschinen verstärkt die Problematik. Die Ausfuhren dorthin bildeten sich um 7 Prozent zurück. Der Anteil Deutschlands an den Schweizer MEM-Exporten erreichte knapp 23 Prozent. Besonders der deutsche Automobilsektor, die Chemie- und Maschinenbaubranche färben zunehmend negativ auf die Geschäfte ab. Das Luzerner Unternehmen Komax meldete bereits im Januar einen Umsatzeinbruch von 16 Prozent.
Mittelland profitiert von Uhrenindustrie-Erholung
Im Gegensatz zur Ostschweiz zeigt das Mittelland stabilere Tendenzen. Die Uhrenindustrie als Nummer eins der Schweizer Luxusindustrien spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bei Manpower hat dieser Tätigkeitsbereich einen sehr hohen Stellenwert. Die Branche bietet Stellenvermittler Bern und anderen Personaldienstleistern in der Region eine wichtige Stütze während der wirtschaftlichen Unsicherheit.
Die Erholung im Luxussegment kompensiert teilweise die Schwäche in anderen Industriezweigen. Währenddessen kämpfen exportorientierte Sektoren weiterhin mit der gedämpften Nachfrage aus Europa und China. Die regionale Diversifikation der Wirtschaftsstruktur erweist sich als Vorteil für das Mittelland.
Wie positionieren sich Stellenvermittler Zürich und Basel?
Stellenvermittler Basel und Zürich setzen auf unterschiedliche Strategien. Workmanagement verfolgt das Motto “in der Region – für die Region” und ist mit zehn Standorten stark präsent. Das Netzwerk erstreckt sich von der Region Basel und Aargau über Zürich, die Zentral- und Ostschweiz bis ins Bündnerland. Als Personalvermittler für Temporär- und Festanstellungen konzentriert sich Workmanagement auf die Bereiche Technik & Industrie, Bau und Büro.
Flexsis positioniert sich als spezialisierte Vermittlungsagentur mit Sitz in Basel, die auf dauerhafte und temporäre Personalbeschaffung in der Region fokussiert. Die Agentur an der Hochbergerstrasse 70 ist von Montag bis Freitag durchgehend erreichbar. Stellenvermittler Zürich konzentrieren sich verstärkt auf die Vermittlung zwischen Branchen, um Kandidaten aus schwächelnden Sektoren in wachsende Bereiche zu lenken.
Die regionalen Stellenvermittler in der Schweiz reagieren flexibel auf die unterschiedlichen Marktbedingungen. Während in der Ostschweiz defensive Strategien mit Fokus auf Kurzarbeitsverwaltung dominieren, nutzen Anbieter im Mittelland offensive Wachstumschancen in stabilen Luxusbranchen.

Iran-Konflikt zeigt noch kaum Auswirkungen auf Personaldienstleister
Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten hinterliess im März 2026 kaum Spuren im Geschäft der Personaldienstleister. Die Einsatzstunden wuchsen um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung fiel schwächer aus als im Januar, übertraf jedoch die Februar-Zahlen.
Energiepreise steigen moderat im März
Dr. Marius Osterfeld, Ökonom bei swissstaffing, ordnet die Situation ein: Im historischen Vergleich waren die Energiepreisanstiege im März trotz spürbarer Folgen an den Zapfsäulen moderat. Deshalb wirkte sich der Iran-Konflikt kaum auf das Geschäft der Personaldienstleister aus. Die globalen Energiemärkte zeigten durchaus Reaktionen auf die Krise. Der TTF-Gaspreisindex sprang am ersten Handelstag nach Beginn der Angriffe um rund 35 Prozent nach oben. Der Preis stieg von etwa 32 Euro pro Megawattstunde vor dem Konflikt auf über 60 Euro Anfang März. Allerdings blieben diese Anstiege für Stellenvermittler in der Schweiz weitgehend folgenlos, da die unmittelbaren Auswirkungen auf Kundenunternehmen begrenzt ausfielen.
Die Strasse von Hormus transportiert rund 25 Prozent des weltweiten Seehandels mit Öl und 19 Prozent des globalen LNG-Handels. Trotz dieser strategischen Bedeutung hielten sich die direkten Effekte auf den Schweizer Arbeitsmarkt in Grenzen. Anders als in Deutschland, wo Neukunden für Gas fast 11 Cent pro Kilowattstunde zahlen mussten, profitierten Schweizer Haushalte 2025 von sinkenden Strompreisen um 10 Prozent im Mittel.
Industriesektor als Risikofaktor für kommende Monate
Für die kommenden Monate gibt Osterfeld jedoch keine Entwarnung: Löst sich der Konflikt an der Strasse von Hormus nicht auf, wird dies die Schweizer Industrie besonders hart treffen. Infolgedessen trifft dies auch den Personalverleih. Rund ein Viertel des Umsatzes der Personaldienstleister entfällt auf den Industriesektor, weshalb die Temporärbranche stark auf dessen Geschäftsentwicklung reagiert. Diese Abhängigkeit macht grösste Stellenvermittler in der Schweiz verwundbar gegenüber einer möglichen Eskalation.
Die bereits angespannte Lage in der Ostschweizer Industrie könnte sich durch anhaltend hohe Energiepreise verschärfen. Unternehmen würden bei steigenden Produktionskosten zusätzlich unter Druck geraten. Stellenvermittler Zürich und Stellenvermittler Basel bereiten sich auf verschiedene Szenarien vor.
Potenzielle Chancen in Gastronomie und Detailhandel
Der Iran-Konflikt stärkt allerdings andere Marktfelder, erklärt Osterfeld: Die Unsicherheit um Kerosinpreise und Flugstreichungen dürfte Unentschlossene vermehrt veranlassen, in der Schweiz Ferien zu machen oder statt in Ferienbuchungen in Konsumgüter zu investieren. Das stärkt die Nachfrage in Gastronomie, Hotellerie, Logistik und Detailhandel. Aktuell gibt es in der Schweiz über 8000 offene Stellen im Bereich Gastronomie. Stellenvermittler Bern und andere Personaldienstleister könnten von dieser Verlagerung profitieren, sofern die Reiselust der Schweizer tatsächlich sinkt und sich auf inländische Destinationen konzentriert.
Warum der Aufschwung fragil bleibt
Marcel Keller, Country President Adecco Group Switzerland, bringt die Lage auf den Punkt: “Die leichte Erholung im ersten Quartal ist kein breit abgestützter Aufschwung, sondern eine selektive Gegenbewegung in einzelnen Industrieclustern, insbesondere im Mittelland”. Nach mehreren schwachen Quartalen reagieren Unternehmen dort vorsichtig wieder mit temporären Einstellungen, bleiben aber insgesamt sehr zurückhaltend.
Wirtschaftliche Unsicherheit belastet Festanstellungen
Das Feststellengeschäft leidet weiter unter der Konjunkturabkühlung und der wirtschaftlichen Unsicherheit. Mit einem Rückgang von 16,9 Prozent fällt das Marktsegment im elften Quartal in Folge. Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit belastet die Einsatzbetriebe und fördert die Zurückhaltung bei Festanstellungen. Ramon Gut, Geschäftsführer bei der Impirio AG, stellt fest: “Firmenkunden setzen bei Bedarf zuerst auf Temporärarbeit. Bei Festanstellungen hat die wirtschaftliche Unsicherheit die Entscheidungswege verlängert. Die Firmen sind zurückhaltend geworden”.
Die Loyalität bei Arbeitnehmenden ist höher denn je. Arbeitskräfte vertrauen darauf, die unsicheren Zeiten mit ihrem Arbeitgeber durchzustehen. Umgekehrt hat das Ergreifen neuer Chancen an Attraktivität verloren und macht die Besetzung offener Vakanzen für Unternehmen schwieriger. Die schwächelnde Weltwirtschaft ist Ursache für diesen Rückgang. Die Entwicklung wird durch den Zollschock und die schwierige Wirtschaftslage in Deutschland verstärkt.
Der Abschwung erreicht mittlerweile sogar Branchen, die für ihren robusten Temporärarbeitsmarkt bekannt waren. So hat etwa der Verleih von hochqualifizierten IT-Spezialisten ebenfalls nachgelassen. Hier hatte der Rückgang bereits vor dem Zollschock eingesetzt. Dennoch ist es eine neue Entwicklung für den IT-Bereich.
CEOs zeigen verhaltenen Optimismus
Trotz der angespannten geopolitischen Situation bleiben die CEOs der Mitgliedsfirmen von swissstaffing optimistisch. Gemäss einer Mitgliederumfrage des Meinungs- und Sozialforschungsinstituts gfs-zürich rechnen 38 Prozent der befragten CEOs in den kommenden sechs Monaten mit einem Anstieg des Geschäfts, ein Wert vergleichbar mit der Befragung im Vorquartal.
Für die kommenden Monate rechnet der Verband mit einer weiterhin anspruchsvollen Wirtschaftslage. Zumindest mit einer Verlangsamung des Abschwungs sei aber in den kommenden Monaten zu rechnen. Gemäss einer Ad-hoc-Umfrage von gfs-zürich rechnen 79 Prozent in den nächsten sechs Monaten mit einer Seitwärtsbewegung oder einem Anstieg des Geschäfts. Nur 12 Prozent rechnen 2026 mit einem Rückgang.
Flexible Arbeitsmodelle gewinnen an Bedeutung
Die Temporärarbeit bietet Unternehmen die Möglichkeit, in einem dynamischen Wirtschaftsumfeld flexibel zu reagieren. Sie nutzen diese Form der Beschäftigung, um kurzfristig Personalengpässe zu überbrücken und gleichzeitig rasch neue Marktchancen zu nutzen. In unsicheren Zeiten ist sie oft der schnellste Weg zurück in den Arbeitsmarkt.
Die Brückenfunktion der Temporärarbeit gewinnt an Bedeutung. Eine Befragung im Auftrag von AMOSA, der Ostschweizer Arbeitsmarktbeobachtung, unterstreicht diese volkswirtschaftliche Funktion der Temporärarbeit. 74 Prozent nutzten Temporärarbeit in einer Arbeitslosigkeitsphase, mehr als jede andere flexible Arbeitsform. Ein Drittel der Temporärarbeitenden sucht ausdrücklich keine Festanstellung. Diese Beschäftigten wünschen sich vielmehr ein langfristiges, flexibles Erwerbskonzept, das ihnen erlaubt, ein Gleichgewicht zwischen Arbeitsstelle und anderen Lebensbereichen zu finden. Sie suchen Work-Life-Balance (61 Prozent), die Freiheit der Selbständigkeit (62 Prozent) und berufliche Abwechslung (48 Prozent).
Ausblick: Wie reagieren die grössten Stellenvermittler in der Schweiz auf die Lage?
Die Schweiz gehört zu den 15 grössten Personaldienstleistermärkten weltweit. Rund 800 Temporärunternehmen kümmern sich um die professionelle Vermittlung von kurzfristig benötigtem Personal für KMUs und Grosskonzerne. Aktuell gibt es über 7200 bewilligte Vermittlungs- und Verleihbetriebe.
Strategische Anpassungen bei Personalverleih
Stellenvermittler in der Schweiz formulieren ihre Positionierung zunehmend als klassische Make-or-Buy-Entscheidung. Unternehmen stehen vor der Frage: Soll Flexibilität intern produziert werden oder bei spezialisierten Personaldienstleistern eingekauft werden? Dabei geht es nicht nur um Lohnkosten, sondern um Transaktionskosten wie Informationsaufwand, Koordination, Kontrollbedarf und Risikomanagement. Spezialisierte Anbieter bündeln Rekrutierungskompetenz, erprobte Netzwerke, Branchenerfahrung und Administration, während Unternehmen sich auf Kernprozesse konzentrieren können.
Das gekonnte Surfen der Zyklen ist Geschäftsmodell der Branche und Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Dazu gehört eine hohe Bereitschaft zur Innovation bei Vendor Management Systems, der eCommunikation mit Mitarbeitern und Kandidaten sowie der Arbeitszeiterfassung und Abrechnung. Grösste Stellenvermittler in der Schweiz setzen verstärkt auf digitale Lösungen und optimierte Prozesse, um effizienter auf Marktschwankungen reagieren zu können.
Branchenspezifische Entwicklungen beobachten
Der Anteil der Temporärarbeit an der Gesamtbeschäftigung stieg von 1,7 Prozent im Jahr 2010 auf 2,6 Prozent im Jahr 2022. Diese Entwicklung verläuft fast identisch zur EU. Die durchschnittliche Einsatzdauer beträgt rund 14 Monate, wobei die Hälfte der Temporärarbeitenden weniger als 6 Monate bei einem einzelnen Einsatzbetrieb tätig ist. Stellenvermittler Zürich, Stellenvermittler Basel und Stellenvermittler Bern passen ihre Strategien branchenspezifisch an diese Muster an.
Allerdings stehen Personalverleiher vor mehreren regulatorischen Herausforderungen. Derzeit werden Übernahme von EU-Recht zur Gleichbehandlung, Einschränkungen im öffentlichen Beschaffungswesen, Begrenzungen im Gesundheitswesen sowie Beschränkung der Einsatzdauer auf 18 Monate diskutiert.
Temporärarbeit als dauerhafter HR-Bestandteil
Eine gfs-zürich Befragung zeigt hohe Zufriedenheit: 77 Prozent der Temporärarbeitenden fühlten sich dem Team im Einsatzbetrieb dazugehörig, 78 Prozent waren mit den Arbeitsbedingungen zufrieden. Temporärarbeit wirkt als Brücke im Arbeitsmarkt: Menschen steigen wieder ein, wechseln Branchen, testen neue Arbeitgebende und überbrücken Übergangsphasen. Für Unternehmen ermöglicht sie Reaktionen auf Nachfragespitzen, Projekte und saisonale Muster ohne dauerhafte Verpflichtungen.

Schlussfolgerung
Insgesamt zeigt der Schweizer Temporärmarkt trotz erstmaligem Wachstum nach drei Jahren ein gemischtes Bild. Roberto Laezza von Planova Human Capital AG beobachtet weiterhin Stabilisierungstendenzen, die jedoch fragil bleiben. Während die Ostschweiz mit massiven Industrieproblemen kämpft, profitiert das Mittelland von der Uhrenindustrie-Erholung. Das Feststellengeschäft bleibt gleichzeitig stark unter Druck. Die Iran-Krise hinterliess bislang kaum Spuren, könnte jedoch als Risikofaktor wirken. Personaldienstleister setzen verstärkt auf flexible Arbeitsmodelle und digitale Lösungen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese vorsichtige Erholung nachhaltig ist oder lediglich eine temporäre Atempause darstellt.
FAQs
Q1. Warum wächst der Schweizer Temporärmarkt erstmals seit drei Jahren wieder? Im ersten Quartal 2026 stiegen die Einsatzstunden von Temporärarbeitenden um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach zwölf aufeinanderfolgenden Quartalen mit Rückgängen markiert dies eine bedeutende Trendwende. Besonders das Mittelland profitiert von der Erholung in der Uhrenindustrie, während die Ostschweiz weiterhin mit Industrieproblemen kämpft.
Q2. Welche regionalen Unterschiede gibt es beim Wachstum des Temporärmarkts? Die Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich. Die Ostschweiz leidet unter einer schweren Industriekrise mit massiver Kurzarbeit im MEM-Sektor. Das Mittelland hingegen zeigt stabilere Tendenzen dank der Uhrenindustrie-Erholung. Stellenvermittler in Zürich verzeichneten einen Rückgang der Jobinserate um 15 Prozent, während die Ost- und Südwestschweiz nur 2 bis 3 Prozent Einbussen hatten.
Q3. Wie wirkt sich die Iran-Krise auf den Schweizer Arbeitsmarkt aus? Bislang zeigt die Iran-Krise kaum direkte Auswirkungen auf Personaldienstleister. Die Energiepreisanstiege im März waren im historischen Vergleich moderat. Sollte sich der Konflikt jedoch verschärfen, könnte dies besonders die Schweizer Industrie treffen, da rund ein Viertel des Umsatzes der Personaldienstleister auf diesen Sektor entfällt.
Q4. Warum bleibt das Feststellengeschäft unter Druck? Das Feststellengeschäft verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 26,4 Prozent – bereits das elfte Quartal in Folge mit negativer Entwicklung. Unternehmen zögern aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheit, neue Festanstellungen zu schaffen. Die Entscheidungswege haben sich verlängert, und Firmen setzen bei Personalbedarf zunächst auf flexiblere Temporärarbeit.
Q5. Welche Vorteile bietet Temporärarbeit in unsicheren Zeiten? Temporärarbeit ermöglicht Unternehmen, flexibel auf Nachfrageschwankungen zu reagieren, ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen. Für Arbeitnehmende dient sie als Brücke in den Arbeitsmarkt – 74 Prozent nutzten sie während einer Arbeitslosigkeitsphase. Zudem schätzen viele die Work-Life-Balance und berufliche Abwechslung, die diese Arbeitsform bietet.
